Hier ist doch der Wurm drin...

Peter Jakob Kühn steht vor drei länglichen Komposthaufen

Hier entsteht Humus, die Grundlage des Lebens. Wie im kleinen Gartenkompost zuhause lassen wir ein geeignetes Gemisch organischer Masse (Grünschnitt, Stroh, Traubenschalen, Rindenmulch und Kuhmist) an der frischen Luft verrotten. Durch die Tätigkeit des Bodenlebens verwandelt sie sich dabei in eine braun-schwarze elastische Substanz mit bemerkenswerten Eigenschaften: Humus.

Zusammen mit einer reichhaltigen Begrünungseinsaat zwischen den Reben wird damit die Nährstoffversorgung der Böden gesichert. Darum macht der Kompost die Gabe von synthetischen Mineraldüngern überflüssig.

Aber mit Kompost kann man weit mehr machen als nur düngen. Der Humuseintrag verbessert die Bodenstruktur durch die Bildung von größeren Aggregaten mit den Tonmineralen des Bodens. Der Boden ist dadurch elastisch und stabil zugleich. Größere Wasservorräte können gespeichert werden und die Durchlüftung des Bodens und damit seine gesamte biologische Aktivität reichen viel tiefer: Regenwürmer durchgraben ihn und Wurzeln können tief einwachsen. So ist das Ökosystem des Bodens im Gleichgewicht und bildet die Grundlage für leckere, gesunde und authentische Weine.

Obendrein reguliert sich der Stoffwechsel dieses Systems selbst: Wird es wärmer oder feuchter, dann wachsen Reben und Begrünung schneller. Gleichzeitig wird auch der Kompost im Boden schneller umgebaut und dabei genau die für das Pflanzenwachstum notwendigen Nährstoffe bereitgestellt. Beruhigt sich das Wachstum der Pflanzen, beruhigt sich auch die Stoffwechselaktivität im Boden. Deshalb ist beispielsweise die Auswaschung von Nitrat ins Bodenwasser bei der organischen Wirtschaftsweise deutlich geringer als bei der mineralischen Düngung.

Sie sehen: In unserem Kompost ist tatsächlich der Wurm drin!

Der Bagger hebt den Kompost in kleine Streuhänger
Der Kompost wird in die Weinberge gestreut