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Biodynamie und Wingert

Eine der wichtigsten Grundlagen der Biodynamie ist die Vorstellung von einem landwirtschaftlichen Betrieb als einem eigenständigen Organismus, der wie jeder andere Organismus in die lebendigen Rhythmen des Kosmos eingebunden ist. Und in diesem Bestreben, ganzheitlich zu sehen, zu denken und zu handeln, liegt vielleicht der wesentliche Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft. In der Biodynamie spielen zudem nicht nur die Jahreszeiten eine wichtige Rolle, sondern auch die kleineren Einheiten der natürlichen Rhythmen – über die Mondphasen bis zu den Tageszeiten, die für bestimmte Anwendungen und Maßnahmen besser oder schlechter geeignet sind.

Ausbringen

Ausbringen

Das Ausbringen des Komposts in unsere Wingerte führen wir alle ein bis zwei Jahre durch – idealerweise nach dem Ende der Vegetationsperiode, damit die Reben dann im Frühjahr von den Nährstoffen profitieren können.

Schafgarbe

Schafgarbe

Die Schafgarbe wirkt als Präparat belebend und kräftigend. Sie fördert die Verbindung von Rebe und Boden.

Brennnessel

Brennnessel

Die Brennnessel hat viele Talente und die Position des Vermittlers in der Natur. Sie agiert als eine vernünftig verteilende und ausgleichende Kraft.

Kamille

Kamille

Kamille ist eine Pionierpflanze. Sie besiedelt unerschlossene Böden und macht sie für andere Pflanzen nutzbar. Damit setzt sie den Impuls zur Verlebendigung des Bodens.

Umschichten

Umschichten

Das Umschichten des Komposts dient der Belüftung und Durchmischung und erfolgt mehrmals während seiner 1- bis 2-jährigen Reife – immer wenn die Rottedynamik es erfordert.

Kompost

Kompost

Unsere Kompost-Anlage ist die Küche, in der wir die Nahrung für unsere Reben zubereiten: aus Mist von Tieren, tonhaltiger Erde, Grünschnitt, Traubentrester, unseren biodynamischen Präparaten und unter der Mithilfe zahlloser kleiner „Helfer“ wie Würmer und Mikroorganismen.

Kuhmist

Kuhmist

Kuhmist ist durch das besondere Verdauungsystem der Kuh mit ihren sieben Mägen besonders wertvoll aufbereitet und bildet die Hauptkomponente für unseren Kompost. Daneben kommen aber auch noch andere Mistsorten zum Einsatz.

Eichenrinde

Eichenrinde

Eichenrinde wirkt stimulierend und trägt als Kompostpräparat dazu bei, den vitalen Kräften ein tragendes Gerüst zu geben und sie in einen stabilen Pflanzenaufbau zu lenken.

Löwenzahn

Löwenzahn

Löwenzahn verbindet mit seiner leuchtend gelben, nach oben strebenden Blüte und seiner tiefen Pfahlwurzel die Energie der Sonne mit den Kräften des Bodens.

Baldrian

Baldrian

Das Baldrian-Präparat sprühen wir als umarmende, schützende Geste über unseren Kompost. Mit seinem beruhigenden und wärmenden Charakter unterstützt es die Rebe in der Vegetationsphase.

Kompostwürmer

Kompostwürmer

Die Kompostwürmer sind hier als Stellvertreter von unzähligen kleinen und kleinsten Lebewesen genannt, die bei der Entstehung unseres Komposts behilflich sind, wenn wir für die richtige Zusammensetzung der organischen Materialien sorgen.

Als Winzer ist es Teil unserer Aufgabe, kultivierend in die Natur einzugreifen. Die Idee der Biodynamie ist es, den Naturhaushalt dabei möglichst wenig zu stören und ein Gleichgewicht zwischen Natur und Kultur zu schaffen. Das tun wir beispielsweise durch das Ausbringen von natürlichem Kompost, durch den wir dem Boden das zurückgeben, was unsere Reben ihm als Nährstoffe entziehen. Durch diese und andere Maßnahmen – wie eine vielfältige Begrünung – erhalten wir auch langfristig die Qualität unserer Böden und ihre Lebendigkeit. Den Kompost, dessen wesentlicher Bestandteil Kuhmist ist, „beimpfen“ wir mit den verschiedenen Kompostpräparaten, die wir ebenfalls selbst aus organischen Stoffen und Pflanzenteilen bereiten. Diese Präparate werden dann ganz ähnlich wie in der Homöopathie in minimalsten Dosierungen angewendet. Ihre Aufgabe ist es, die Rotte zu initiieren und zu ordnen.

Rebschnitt

Rebschnitt

Beim Rebschnitt setzen wir die Schnitte so, dass wir die Saftbahnen erhalten und damit die Vitalität des gesamten Rebstocks. So bleiben die Reben bis ins hohe Alter gesund. 

Zwischenstockpflege

Zwischenstockpflege

Bei der Zwischenstockpflege ist der Einsatz von Herbiziden (Unkrautvernichtungsmitteln) vollkommen undenkbar! Wir führen sie ausschließlich mechanisch durch. Das erfordert viel mehr Aufmerksamkeit und ist oft mit mühevoller Handarbeit verbunden. Jedoch ist nur ohne Herbizide der echte Dialog zwischen Rebe und Boden möglich, der später im Wein das Terroir mit zum Ausdruck bringt.

Handlese

Handlese

Durch eine selektive und sensible Handlese mit einer erfahrenen Lesetruppe arbeiten wir den individuellen Jahrgang heraus.

Hornmist

Hornmist

Hornmist versprühen wir vor allem im Frühling als Präparat im Weinberg, um den Reben einen Impuls dafür zu geben, nach der Winterruhe wieder aus dem Boden herauszustreben.

Kräutertee

Kräutertee

Kräutertee aus Schachtelhalm, Kamille oder Brennnessel dient der Stärkung der Reben und auch als eine Geste der Nähe und der Verbindung in unserer Lebensgemeinschaft mit den Reben.

Hornkiesel

Hornkiesel

Hornkiesel wird nach der Fruchtbildung versprüht. Er greift den Lichtimpuls auf und unterstützt so eine ausgewogene Reifeentwicklung.

Entblätterung

Entblätterung

Durch die gezielte Entblätterung der inneren und äußeren Traubenzone mit unseren Händen sorgen wir für Licht und Luft für unsere Trauben. Das stärkt ihre Widerstandsfähigkeit und trägt zu ihrer Gesunderhaltung bei.

Triebe wickeln

Triebe wickeln

Indem wir die Triebe unserer Reben um den obersten Draht wickeln, bleibt die Triebspitze als wichtiges wachstumsregulierendes Organ erhalten. Dadurch umgehen wir einen ganz besonderen Stressmoment und erhalten eine schöne Ruhe im Saftfluss der Reben.

Biodiversität

Biodiversität

Biodiversität ist eine Grundvoraussetzung für das Gleichgewicht zwischen Natur und Kultur im Wingert. Durch die jährliche Einsaat einer artenreichen Begrünung fördern wir die Vielfalt des Lebenden dort – sowohl ober- als auch unterirdisch.

Die Biodynamie hat vor allem auch uns verändert und uns Sensibilität und Einfühlungsvermögen zurückgebracht. Wir haben heute eine wirkliche Beziehung zu den Lebewesen in unseren Wingerten, weil wir sie besser verstehen und um die Rolle wissen, die sie im Ökosystem spielen. Wir treffen heute nicht mehr einfach auf Unkraut, Schädlinge und Krankheiten, sondern auf ein in sich sinnvolles System aus Ursachen und Wirkungen, das wir nur besser begreifen müssen und durch unsere kultivierenden und ausgleichenden Kräfte behutsam aber wirkungsvoll beeinflussen können. Dieser veränderte Blick auf die Dinge und vor allem auch die veränderten Früchte unserer Arbeit machen uns heute zutiefst glücklich und dankbar.

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